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Camiguin, Philippines, Whatever Lebendig gewordener Albtraum

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Ja, ich lebe auf den Philippinen.
Ja, hier gibt es unzählige giftige Tiere.
Von Tausendfüsslern über Quallen bis zu Skorpionen und Spinnen sowie nicht zu vergessen:
Schlangen – in allen Farben, Grössen und Variationen.
Plus Moskitos. Manchmal mit Malaria-, manchmal “nur” mit Dengue-Übertragung.
Wie erwähnt die meisten Tiere sind hochgiftig oder zumindest eher unangenehme Weggefährten.
Unter Wasser ist ausserdem als Schutzmechanismus und zur Verteidigung fast alles irgendwie toxisch.
Ganz schön abenteuerlich könnte man meinen….
Aber:
Ich kann nachts das Licht im Badezimmer benutzen um zu sehen, ob sich keine Schlange versteckt.
Ich kann den Mücken in meinem Moskitonetz gemütlich und unbeschwert trotzen.
Ich kann die Kakerlaken, die mich im Schlafzimmer besuchen, mit dem Besen verjagen.
Ich kann barfuss im Meer waten – die Sichtweite beträgt manchmal 20 cm, aber nicht immer.
Ich kann Cordon Bleu und Pommes Frites essen anstelle von Würmern und Wurzeln.
Ich kann die nächste grössere Stadt in 4h erreichen.
Ich kann grossen Spinnen mit Baygon – philippinisches Autan, nur effektiver – das Leben aushauchen.
Alles irgendwie Peanuts, finde ich….
Oder?
Nein?
Doch!

http://www.walkingtheamazon.com/
(Ja ja…ich weiss. Walking the Amazon – Job is done since Aug 10. Würdigen kann mans immer noch.)

DAS ist Hardcore.
DAS ist echtes Abenteuer.
DAS lässt mich nachts nicht schlafen.
DAS lässt mir sämtliches, von den Mosktios nicht ausgesaugtes Blut in den Adern gefrieren.
DAS ist mein lebendig gewordener Albtraum.

Dagegen ist meine “kleine” Hausspinne (Beine: 8cm / Körper: 5cm Durchmesser) pipifax.
Ein schnuckeliges Plüschtierchen nahezu.

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Camiguin, Philippines Thank you Switzerland.

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Alle, die denken es gehe um die Schweizer Nationalmannschaft können jetzt getrost wegklicken.

Eine grosse Reise war es und eine weite erst recht. All the way from Hausen to Camiguin.
Klingt nah, ist es aber nicht. Route.search.ch wollte hartnäckig keine Route erstellen und auch Google Maps blieb konsequent bei Camignolo, Monteceneri. Nicht unähnlich mit Camiguin, Mambajao, aber nicht ganz das Selbe… 11’143 Kilometer übrigens von A nach B bzw. H nach C.

Fast zwei Wochen waren Mam & Dad hier. Oder wenns nach dem hiesigen Staff geht: Chris & Sam.

Ein Abenteuer!

Angefangen mit dem Never Ending-Flug unter leichtem Drogen- …äh *hüstel*… Schlafmittel-Flash und der extrem rasanten Fahrt mit dem philippinischen Michael Schuhmacher durch das berüchtigt-gefährliche Mindanao. Angekommen auf der Insel wurde erschreckend schnell festgestellt, dass kein Haarfön organisiert werden kann, keine Zahnseide vorhanden ist und nicht einmal eine Ersatzbatterie für die Analogkamera von 1997 aufzutreiben war.

Trotz aller Unwegsamkeiten wurde bald schon ein jungfräulicher Schnorcheltrip nach Mantigue gewagt. Das erste Mal verängstigt-staunend schnorcheln mit Tausenden von riesigen Fischen. Nicht zu vergessen: bereits die schaucklige Anreise auf die kleine Insel mit einem morschen Mini-Kahn inkl. Blitz und Donner als drohende Hintergrundkulisse war ein Erlebnis.

Mutig wurde White Island erforscht – mit fischenden Piraten oder piratenden Fischern fleissig geplanscht im Meer. Der Wasserfall war Pflichtprogramm und das obligate Touristenfoto, für welches 20 Filipinos erfolgreich zur Seite geschubst wurden, war schnell gemacht. Auch Nagelpflege und Massage gabs auf der Insel *staun* – fast wie zuhause, fast wie ein Spa, fast…

Die Becken der heissen Quellen wurden kritisch begutachtet und für gut befunden – Glück gehabt. Mitgefiebert und noch die letzten Blüten selbst zurecht “gebüschelet” für die Bootsparade, mit dem Personal anschliessend stolz den verdienten 3. Platz gefeiert.

Die 65 km der Inselumrundung per Mountainbike wurden erst verächtlich belächelt und hinterher schweissüberströmt und ziemlich reuig als “eher herausfordernd” beschrieben. Abends wurde selbstredend typisch philippinisch gegessen – Gschnätzlets mit Röschti und Rosé derzuä.

Bibbernd bei den nächtlichen Geckorufen mitgezählt und bei jedem “Schrei” gehofft, dass das Riesenvieh nicht näher gerückt ist. Die Moskitos trotzig in Off-Lotion und Autan ertränkt. Beim täglichen Schwimmen im Meer tapfer den Quallen ausgewichen und wegen der bissigen Seekobra nur links von der Boje geschwommen.

Beim Minigolf die Tochter bewusst nicht gewinnen lassen, sondern klar auf den letzten Platz verwiesen. Tief luftgeholt und auch in die scheinbar trüben Becken der kalten Quellen gestiegen. Bei der Staffparty als Erstes am Buffet gestanden um sich die besten Leckerbissen gewiss zu sichern. Die unterhaltenden Performances und Danceshows wurden genaustens unter die Lupe genommen, bewertet und sofort Einwand erhoben, wenn der Hüftschwung nicht Shakira-like ausgeführt wurde.

Alles in allem eine Erfahrung der anderen Art. Wer hätte das gedacht… die Tochter trägt weder Bastrock noch Kokosnussschalen und die Tagesgestaltung geht weit über Spanferkel grillen und Reis kochen hinaus.

Danke für Gruyère und Salami.
Danke für Schweizer Schoggi, Haribo, Sonnenblumen und Co.
Danke für die Top10 der besten Touristenfragen.
Danke Mam & Dad für euren Besuch auf “meiner” Insel.

P.S. Wer mich besser kennt, der braucht dieses P.S. nicht zu lesen….
Für alle anderen gibt’s hier die Übersetzung: 11’143 Kilometer sind nicht einfach 11’143’000 Meter. Sondern jeder Meter ist mit viel Mut & Wagnis anzureichern. Dass die Beiden es wirklich hierher geschafft haben, ist – völlig frei von jeglicher Ironie – eine Leistung. Wahrhaftig eine Weltreise! Selbst nach ihrer Rückkehr kann ich kaum glauben, dass sie hier waren. Aber die Bilder sprechen Bände. Ich bin stolz und gerührt, dass sie diese weite Reise gemacht haben um mich zu besuchen, um zu sehen, wo und wie ich lebe, um festzustellen, dass es auch fernab der ‘richtigen’ Zivilisation eine Art von Zivilisation gibt. Es waren 14 intensive, spannende und lehrreiche Tage – für mich. Ich freue mich auf ein Wiedersehen. In der Schweiz sowieso und hoffentlich auf der Insel ebenso.
Hier gibts die Hightlight-Fotos zur Reise.

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